Schreib- und Lese-Förderprojekt der Universitas
   
  Buchbesprechung   Prostitution. Verkaufte Kinder in Asien von Franck Pavloff
       
     

Lao ist elf. Sie wird von ihrem Vater an den „Onkel, der Geld hat“ verkauft. Und dieser verkauft sie an ein Bordell weiter. Ein Bordell wie viele Andere in Thailand, Sri Lanka und auf den Philippinen. Ein Bordell, in dem nicht - wie gewöhnlich - hübsche Frauen ihre entblößten Brüste zur Schau stellen. Nein, es ist ein Bordell, in dem kleine Mädchen wie Lao ihren kleinen Körper mehr hassen als alles andere auf der Welt - mit Ausnahme dieser „Onkel“ und der „farangs“ (Ausländer), für die die Existenz dieser kleinen Mädchen nur darin besteht, Geld einzunehmen und sexuelle Bedürfnisse zu stillen.

Frédéric ist 40. Er kommt aus Frankreich. Da ihm das Wetter in Paris nicht gefällt, verbringt er seine Winterferien in Bangkok. Am meisten zieht ihn der „Sex am laufenden Band“ an und besonders der mit kleinen Mädchen. Er kommt sich vor, wie ein König und weiß, dass er sich das erlauben kann, denn keiner wird kommen und ihm das verbieten.

Frédéric und Lao begegnen sich in Patpong.

Patpong ist ein Viertel von Bangkok. Es ist ein sehr beliebter Ort für Touristen und die Sexmafia. In Patpong finden Sie Casinos, Bars und Bordelle: Aber Sie werden dort keinen einzigen Polizisten treffen.

Wee ist ebenfalls elf. Arusha ist neun. Sie leben in Bangkok, manchmal auf der Straße, manchmal in einer schäbigen Hütte bei ihren Müttern, zu denen sie keine Beziehung haben. Die Armut hat beide Jungs zur Prostitution gezwungen. Mit dem wenigen Geld, das sie verdienen, kaufen sie sich Klebstoff zum Schnüffeln.

Reno und Guido sind Italiener. Sie haben kein Problem damit, von kleinen Jungen befriedigt zu werden. Auch als Wee vor ihren Augen mit dem Tod ringt, macht ihnen das nichts aus. Sie fahren einfach in ihr Luxushotel zurück. Soll der Kleine doch zusehen, wie er allein zurecht kommt. Dass Wee gerade an Aids stirbt, interessiert sie so wenig wie sein Alter. Sie hatten ihren Spaß und das reicht.

So wie sie, denken alle Sextouristen. Sie kommen zu Tausenden jährlich nach Südostasien. Doch nur wenige werden festgenommen…

 

Das Buch hat mir die Augen geöffnet. Zwar wusste ich, dass es Kinderprostitution gibt, aber nicht in diesen Maßen!

Durch kurze und treffende Sätze schildert Franck Pavloff das Leben jener Kinder, die selten älter als 16 werden..

Ich heiße Azyadé Belakhdar,
Ich heiße Azyadé Belakhdar und bin 16 Jahre alt. Ich habe das Glück, in einer richtigen Familie aufzuwachsen. Ich spiele sehr gerne Theater und Klavier. Ich lese auch sehr viel.